Samstag, 24. März 2012

For you it's just a Memory, but for me it still lives on.



There’s a Fire starting in my Heart, reaching a Fever which is bringing me out the Dark.
Finally I can see you crystal clear... Go ahead and sell me out and I'll lay your Shit bare.
See how I leave with every Piece of you, don’t underestimate the Things that I will do.


Adele - Rolling in the Deep

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Es war nur ein Kommentar. Ein kleines, vielleicht sogar belangloses Kommentar. Weder negativ, noch positiv gemeint. Ein kurzer Satz... und doch wirft er mich zurück in die Vergangenheit. Zurück in diese eine Nacht, in der mir meine Würde und meine Selbstachtung geraubt wurden. Zurück in diese Nacht, in der ich hilflos der Willkür anderer ausgesetzt war... Und dann höre ich es wieder. Das Gelächter. Das Gelächter derer, die Zeugen dieser Ungerechtigkeit wurden, aber nie ein Opfer in mir sehen werden und dennoch über mich richten, als hätte ich etwas verbrochen. Ich würde dann gerne zu ihnen gehen; ihnen sagen, dass es nicht im Geringsten lustig oder gar heroisch ist, über die verletzten Gefühle und die genommene Würde eines anderen Menschen zu lachen. Würde ihnen gerne sagen, dass ich endlos lange Nächte deswegen bitterlich geweint habe. Würde ihnen gerne sagen, dass es mich seelisch belastet... und einfach nicht weggehen will.
Ich erinnere mich genau. Weihnachtsabend 2009. Das schlimmste Weihnachten meines gesamten Lebens. Der Abend, an dem ich erfuhr, was mir in jener Oktobernacht zwei Monate zuvor widerfahren war, als ich berauscht von Wodka, Whiskey und Marihuana nichts mehr von dem Geschehenen zu überblicken vermochte. An jenem Weihnachtsabend legte sich ein Schatten über meine Seele. Er geht nicht weg. Nie. Er verfolgt mich. Immer. Jedes Mal wieder, wenn ich an die Geschehnisse dieser Oktobernacht denke, muss ich weinen. Kann nicht an mich halten, kann die Tränen nicht zurückhalten. Tränen der Wut und der Trauer über meine Hilflosigkeit in jener Nacht und in allen anderen Nächten, in denen ich mich schutzlos dem Kugelhagel der andauernden Verspottungen ausgeliefert sah...
Deswegen gehe ich nicht zu ihnen und sage ihnen das alles. Deswegen stand ich stumm und wie betäubt da, als ich diesen einen belanglosen, kurzen Satz hörte... Die Tränen hindern mich daran, mutig, stolz und eloquent zu sein. Sie begraben meine ganze Stärke, reißen die dicken Mauern, die ich jahrelang mühsam um mich herum aufgebaut habe, mit einem Mal nieder und lassen mich verlassen und geächtet zurück... Also tue ich das, was immer geholfen hat: trinken. Einfach nur um zu vergessen. Für einen kleinen Augenblick zu vergessen...

Es war alles Einbildung. Von Anfang an. Ich müsste dich hassen. Für das alles. Tue ich in gewisser Weise auch. Im Moment ist nur noch Wut in mir; tiefer Groll gegen dich. Ich frage mich, wie ich mir allen Ernstes einreden konnte, dich zu mögen. Vielleicht hatte ich die Hoffnung, du könntest diesen Seelenschaden, den du in mir verursacht hast, wieder reparieren. Aber das kannst du nicht. Besser gesagt, du willst es nicht. Darüber bin ich wütend. Im Moment. Später bin ich bestimmt traurig und wäre mir gerne sicher, dass du mich in meinem endlosen freien Fall nach unten auffängst. Aber das kannst du nicht. Besser gesagt, du willst es nicht. Für dich ist es ja längst geklärt. Aber für mich nicht. Wird es auch nie sein. Denn es ist mein Schatten. Und überall da, wo je Licht in meinem Leben sein wird, wird auch er sein und das Strahlen betrüben... Du wirst einfach nie verstehen können, was du mit deiner vermeintlich lustigen Aktion in dieser Nacht in mir kaputt gemacht hast... Besser gesagt, du willst es nicht.

Kommentare:

Jacky Vifer hat gesagt…

Der Text ist ich weiß nicht ich finde nicht das richtige Wort dafür.Fesselnd?Berührend?

<33

Sophia x hat gesagt…

immer, wenn ich deine traurigen Texte lese, möchte ich dich mal ganz fest drücken. :(

Jouls hat gesagt…

wie schön und berührend du schreibst! :)

Annika hat gesagt…

Wundertolles Foto :)

Coco hat gesagt…

:(

Bonnie hat gesagt…

Gut klingt das aber nicht.
Sehr bedrückend und traurig :(
und irgendwie auch bekannt.

Franzi hat gesagt…

"Die Tränen hindern mich daran, mutig, stolz und eloquent zu sein."

Ich kann es so gut nachvollziehen... Fühl dich gedrückt!

Liebe Grüße xx,
Franzi

Franzi hat gesagt…

PS. Das Adele-Songzitat gehört mit zu meinen Lieblingsstellen des ganzen Albums!

Daisy hat gesagt…

Ich hoffe alles wird wieder gut. Weiß einfach nicht, was ich sonst sagen könnte. Schönen Blog hast du.