Mittwoch, 10. Oktober 2012

It isn't that hard Boy to like you.



Mein Magen dreht sich um. Ich spüre das brennend heiße Ziehen, das sich seinen Weg nach oben bahnt. Todmüde und kraftlos strample ich die Bettdecke weg. Saunagleiche Temperaturen unter dem lästigen Ding! Wie schon so oft die letzte Zeit rapple ich mich unter schwersten Mühen auf. Zumindest versuche ich es. Aber ich schaffe es nicht. Langsam lasse ich mich resignierend auf die am Boden liegende Matratze zurücksinken. Wer legt denn bitte seine Matratze auf den nackten PVC-Fußboden?! Sowas machen doch nur Crackjunkies! 
Mit angestrengten Augen sehe ich mich in dem kleinen Zimmer mit dem hässlich braunen PVC-Fußboden um. Ein überquillender Aschenbecher steht zwischen drei leeren Whiskeyflaschen, einem fast leeren Gorbatschow und zahlreichen halb ausgetrunkenen Gläsern mit ungesund aussehenden, farblich abstoßenden Inhalten. 
Wie aus dem Nichts spüre ich raue Finger zart über meinen Rücken fahren. Eine bestimmte, liebevolle Umarmung und weiche Küsse in meinen Nacken lindern das höllische Brennen in meiner Magengegend für ein paar Minuten; geben mir Kraft und Halt. 
Aufhalten können sie den Lauf der Dinge trotzdem nicht. Der Druck in meinem Inneren wird zu groß. Ich winde mich aus der Umarmung, stehe auf und stolpere zum Bad. Wieso ging das auf einmal so verdammt einfach? Keine Zeit darüber nachzudenken, ich muss meinem Körper jetzt erst mal helfen, Giftstoffe loszuwerden.
Nach der unappetitlichen Prozedur und gefühlten fünfzehn Zahnputz-Gängen sehe ich erst mal in den nicht gerade sauberen Speigel vor mir. Meine Lippen sind angeschwollen, sie sehen aus wie Schlauchboote. Meine Augen sind trüb und gläsern. Von dem Rest meines Gesichts wollen wir gar nicht erst anfangen. Klares, kaltes Wasser und Feuchtigkeitscreme in rauen Mengen können da keine Abhilfe schaffen, wie mir mehrere verzweifelte Versuche zeigen. Ich beiße also in den sauren Apfel und gehe mit dem hochroten Kopf, dem silbrigen Blick und den Schlauchbootlippen zurück in das PVC-verlegte Zimmer mit der Crackjunkiematratze auf dem Boden. Als ich liege, greift er mir in meine zerzausten Haare. Umarmt mich fest. Streichelt mir über die Wange. Er lächelt. "Baby, du bist so wunderschön. Du bist meine Prinzessin." Und damit hat er mich - das zynische Mädchen, das bei jeglichem Liebesschwall anderer in amüsiertes Gelächter ausbricht und kitschige Gefühlsbekundungen auf den Tod nicht ausstehen kann - erobert.

Kommentare:

Loveable. hat gesagt…

tolles bild &mag deinen header total :)

viva la vida hat gesagt…

Der Text nimmt echt mit :)

http://viva-la-vidaaa.blogspot.de/

NATALiJA WANTS YOU! ♥ hat gesagt…

hammer Text.. & wundervolles Bild (:

<3

Zoey hat gesagt…

wundervoller blog :o

ich folge!!♥

http://believetheprettylittlething.blogspot.de/

Alicia Violetta hat gesagt…

Wow, ein toller Text & schönes Bild!
Hast ne neue Leserin :))

Theodora Flipper hat gesagt…

Schreibst du selbst? Sind das wahre Begebenheiten? Find ich voll schön :)

Tanja hat gesagt…

Ein wahnsinnig guter Text, du bist wirklich talentiert.

Theodora Flipper hat gesagt…

Danke für deine Antwort auf meinem BLOG :)

Wow, dann ist der Text noch besser wenn du ihn selbst schreibst. Find ich toll.

Ja, man erkennt sich irgendwie selbst ein bisschen im Text. ich hab mir grad noch ein paar von dir durchgelesen. Gefällt mir echt gut. Ist vor allem mal was ganz anderes! :)
Hast ein Abo von mir!

Lieben Gruß

anneisnotarobot hat gesagt…

deine texte faszinieren und berühren. echt unglaublich!

Siska hat gesagt…

oh das kenne ich nur zu gut.

Liene hat gesagt…

Schöne Fotos!
Hast echt Talent (:

anneisnotarobot hat gesagt…

erstes bild ist so verdammt scheisse schön!! AAALTER. ich liebe deinen blog volle pulle!

Lena hat gesagt…

Der Text ist richtig gut geschrieben. Toll!

Lena

http://the-perfectly-imperfect.blogspot.de/
Blogvorstellungsaktion :)