Dienstag, 15. Mai 2012

I don't want you to question the Intentions that I have.




"Verschwende nie deine Zeit mit schlechten Menschen.
Gemeines Rohr wird dir nie Zucker geben."


Ludwig van Beethoven


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Ich fahre durch den prasselnden Regen. Sehe taghelle Scheinwerferlichter entgegenkommender Autos. Nervtötend und erblindend, dieses Xenonlicht. Weite, blaue Lichtpunkte in der Ferne. Stumme Zeugen meiner rasenden Fahrt in die Dunkelheit. Nebelschwaden auf der Straße. Wie durch Geister gleite ich durch sie hindurch. Sie umhüllen meine Augen, tränken meine Sinne in ihre undurchsichtigen Gewänder. Katzenaugen glühen am Straßenrand. Die phosphorisierenden Blicke der Seitenpfosten starren mich an, lächeln mich an, flüstern mir zu, ich solle zu ihnen kommen. Das Lenkrad nach rechts reißen und mich zur Ruhe betten. Mehr als einmal verfalle ich ihnen, fühle mich wie in Trance. Höre die raue Musik in meinem Auto leiser werden, verstummen. Fühle meinen Geist benebelt und meine Welt dahinschwinden. Merke, wie meine Aufmerksamkeit schwindet. Sehe meine Blicke in die dunkle Leere verlaufen, die Straße nicht mehr beachtend. "Es geht nach Hause", schießt es mir durch den Kopf. Ja, nach Hause. Heim. Ins Bett. Ruhen.
Es sind nicht meine Hände am Lenkrad, die zittern. Es ist meine Seele. Und es sind auch nicht die Pfosten am Straßenrand, die mich umbringen wollen. Es sind meine Gedanken. Ich mache mir Gedanken. Gedanken um... - um was eigentlich? Ich weiß es nicht so recht. Hauptsächlich denke ich darüber nach, ob ich ihn kennen lernen möchte, oder nicht. Es gibt mindestens genauso viele Gründe, die dafür sprechen würden, wie dagegen. Rationalität hilft mir hier keinen Schritt weiter. Will man jemanden kennen lernen, in dessen Armen man wegen eines anderes Mannes bitterlich geweint hat? Eher nicht. Will man einen Unbekannten kennen lernen, der einem trotz seiner absoluten Fremdheit ein merkwürdig geborgenes Gefühl von Sicherheit geben konnte? Ja, schon. Und was machen, wenn es sich in beiden Fällen um dieselbe Person handelt? Ich bin ratlos. Ich weiß nur, dass ich zurück will. Zurück in jene verhängnisvolle Nacht. Ich in seinen Armen. Meine Hand in seiner. Auf seinem Herz. Dieses Gefühl von Sicherheit... Ich will es wieder.

Kommentare:

Sophia x hat gesagt…

lern' ihn kennen! Was hast du schon zu verlieren? (:

nyiloveyou hat gesagt…

Würde ich auch sagen :)

Mademoiselle Yvonne hat gesagt…

ohja,kennen lernen :) unbedingt. wie oben schon genannt,du hast ja nichts zu verlieren. es kann nur positiv ausgehen :))

xo,Yvonne
http://mademoiselleyvonnexoxo.blogspot.de/

Elisa hat gesagt…

Du hast wirklich Talent fürs Schreiben ;)

http://fernstudium-psychologie.blogspot.de/